Sievershausen / Lehrte, 29. September 2017 – 

Am 29. September fand das FHH-Forum des Waldbesitzerverbandes Niedersachsen e.V. im Hotel Fricke in Sievershausen statt, bei dem inhaltlich insbesondere die neuen Herausforderungen der Familienforstwirtschaft und der Umsetzung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie in der Praxis im Fokus standen. An der Veranstaltung nahmen neben Vertretern aus der Wissenschaft und der Wirtschaft auch die Landtagsabgeordneten Helmut Damman-Tamke, Ingrid Klopp, Dr. Hans-Joachim Deneke-Jöhrens (alle CDU), Stefan Birkner für die FDP-Fraktion sowie Hans-Joachim Janßen (B’90/Die Grünen) teil.

Inhaltlich eingeleitet wurde die Fachtagung zunächst durch zwei Vorträge zu den (europa-)rechtlichen Rahmenbedingungen und Vorgaben für die Ausweisung von Waldflächen in Niedersachsen als FHH-Gebiete sowie deren betriebswirtschaftlichen Konsequenzen. Der zweite Themenblock der Veranstaltung war einer Podiumsdiskussion mit den Vertretern der vier Landtagsfraktionen gewidmet, bei der die unterschiedlichen Standpunkte der Parteien zur Frage der FHH-Schutzgebietsausweisung zum Ausdruck kamen. Helmut Damman-Tamke, forstpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag forderte bei der Erstellung von FFH-Managementplänen mehr Verständnis für die Belange der Grundeigentümer. Für die naturschutzrechtlichen Eingriffe in das Eigentum der Betroffenen, die teilweise über 300 pro Hektar und Jahr betragen können, müsse ein angemessener Ausgleich gezahlt werden. „Es kann schließlich nicht sein, dass wir den Grundeigentümern die sonst rechtmäßige Bewirtschaftung ihrer Waldgebiete aufgrund der Vorschriften der FHH-Richtlinie und weiterer Verordnungen in erheblichem Maße erschweren oder sogar gänzlich verbieten, ohne für den gesamten Ausgleich der daraus erwachsenen Einbußen aufzukommen“, unterstrich auch Hans-Joachim Deneke-Jöhrens, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Niedersächsischen Landtag. Zwar werde zur Zeit vom Land Niedersachsen ein Erschwernisausgleich an die Grundeigentümer gezahlt, doch dieser berücksichtige die Interessen der Grundeigentümer und die aus der Nutzungsbeeinträchtigung erwachsenden Verluste nicht ausreichend. Eine immer weiter gehende Regulierung und Einschränkung der Forstbewirtschaftung sei hingegen weder zielführend noch verhältnismäßig, ergänzte Deneke-Jöhrens mit Blick auf den bereits bestehenden, umfassenden Regelungskatalog speziell in Niedersachsen. So gewährleisten die Vorschriften des Bundeswaldgesetzes, der Landeswaldgesetze und des Bundesnaturschutzgesetzes selbst bereits ein ausführliches Instrumentarium, um hohe Naturschutzstandards zu gewährleisten. „Nachhaltige Forstwirtschaft hat es in Deutschland bereits seit fast 300 Jahren gegeben, andernfalls hätten unsere heutigen schützenswerten Biotope keinesfalls einen so langen Bestand haben können“, so Deneke-Jöhrens weiter.

Im letzten Abschnitt der Tagung folgte eine Exkursion in den Hämelerwald, bei der die Auswirkungen der Ausweisung von FHH-Schutzgebieten für die örtlichen Grundeigentümer in der Praxis zu begutachten. Deneke-Jöhrens zeigte sich zum Abschluss des Forums sehr zufrieden: „Das ausgewogene Programm hat sehr dazu beitragen, zahlreiche neue Erkenntnisse über die rechtliche und tatsächliche Situation der Waldeigentümer zu gewinnen.“ Für die Organisation und Ausrichtung des Forums sowie die Einladung der zahlreichen Experten gebühre dem Präsidenten des Waldbesitzerverbandes großer Dank.